Ein Grundsatzpapier des Forum Demokratie Österreich

Charta für wirtschaftliche Demokratie

Sieben Grundsätze für einen starken, fairen und zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort Österreich.

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Präambel

Eine Einladung, kein fertiges Gesetz

Österreich verfügt über eine der stabilsten Volkswirtschaften Europas, getragen von einem starken Mittelstand, einer weltweit anerkannten dualen Ausbildung und einer soliden industriellen Basis. Zugleich stehen wir vor Fragen, die sich nicht von selbst beantworten:

460 Mrd €
Staatsschulden 2026
2019 waren es 281 Mrd € – rund 180 Mrd € mehr in sieben Jahren, und eine Schuldenquote von über 80 % des BIP.
Quelle: Statistik Austria / finanzrechner.at
2025
EU-Defizitverfahren
Gegen Österreich wurde ein Verfahren wegen zu hoher Neuverschuldung eingeleitet.
Quelle: Europäische Kommission
47,1 %
Abgabenlast auf Arbeit
Vierthöchste Belastung in der OECD. Von jedem verdienten Euro bleibt zu wenig übrig.
Quelle: OECD „Taxing Wages"
200.000
Fehlende Fachkräfte
Betriebe finden keine Mitarbeiter – ein Bremsklotz für Wachstum und Wohlstand.
Quelle: WKO / AMS
99,7 %
Klein- & Mittelbetriebe
Fast alle Unternehmen Österreichs sind KMU – sie tragen das Land. Ihre Bedingungen sind Standortpolitik.
Quelle: WKO

Österreichs Schulden – Jahr für Jahr

Die Staatsschulden in Milliarden Euro – Jahr für Jahr von 2019 bis 2026 (2026 = Prognose). Die Schuldenquote in % des BIP steht in der Tabelle darunter.
100 200 300 400 500 281 2019 316 2020 335 2021 351 2022 372 2023 395 2024 418 2025 460 2026
Schwarz-weiß: Die Schulden steigen jedes Jahr – von 281 Mrd € (2019) auf rund 460 Mrd € (2026). Das sind rund 180 Mrd € mehr in sieben Jahren – eine Hypothek auf die junge Generation.
Jahr Schulden (Mrd €) Quote (% BIP)
201928171 %
202031683 %
202133582 %
202235178 %
202337278 %
202439580 %
202541882 %
2026 (Prognose)46083 %
Quelle: Statistik Austria / finanzrechner.at (Stand Juli 2026). 2026 = Prognose. Quoten-Werte gerundet.

Das Forum Demokratie Österreich legt mit dieser Charta sieben Grundsätze vor, an denen sich wirtschaftspolitische Entscheidungen orientieren sollten. Sie sind als Diskussionsgrundlage für eine breite, überparteiliche Debatte gedacht – als Einladung, nicht als fertiges Gesetz. Jeder Grundsatz benennt eine konkrete Stoßrichtung sowie den Grund, warum sie aus Sicht des Vereins den Wohlstand und die Handlungsfähigkeit Österreichs für kommende Generationen sichert.

Die sieben Grundsätze
1

Ausgeglichene Budgets – Schulden ehrlich zurückzahlen

  • Der Staat gibt nicht mehr aus, als er einnimmt: ausgeglichene Budgets werden zur festen Regel, nicht zur Ausnahme.
  • Bestehende Schulden werden planmäßig zurückgezahlt – jedes Jahr ein fester, überschaubarer Anteil (Größenordnung 3 %), Schritt für Schritt.
  • Neue Schulden nur für echte Investitionen in die Zukunft, niemals für laufende Kosten.
Warum das wichtig ist: Schwarz-weiß, mit Hausverstand: Ein Staat muss mit seinem Geld umgehen wie eine ehrliche Familie oder ein gesunder Betrieb – man kann nicht dauerhaft mehr ausgeben, als hereinkommt. Die Schulden stiegen von 281 Mrd € (2019) auf rund 460 Mrd € (2026) – über 80 % des BIP. Jede Schuld von heute zahlen morgen unsere Kinder.
2

Verwaltung verschlanken – 5 % weniger, jedes Jahr

  • Die öffentliche Verwaltung wird über fünf Jahre spürbar verschlankt: rund 5 % Abbau pro Jahr – auf allen Ebenen: Bund, Länder, Bezirke und Gemeinden.
  • Doppelgleisigkeiten werden zusammengelegt, Zuständigkeiten klar und leicht auffindbar.
  • Wer die Verwaltung erfolgreich verschlankt, wird dafür belohnt – eine Prämie fürs Einsparen, so wie ein Bonus in der Privatwirtschaft.
Warum das wichtig ist: Wir sparen nicht bei den Leistungen für die Bürger, sondern bei der Reibung auf dem Weg dorthin. Klare, schlanke Wege bedeuten mehr Zeit und Geld für das, was wirklich zählt – und einen gesunden Anreiz zum Abbauen statt zum Immer-weiter-Wachsen.
3

Ein Steuersystem in Schwarz-Weiß – ohne Grauzonen

  • So einfach, dass jeder Bürger es mit Hausverstand versteht – kein Steuerberater, kein Anwalt, keine dicken Steuerbücher.
  • Wer mehr verdient, zahlt mehr; wer weniger verdient, zahlt weniger – klar, gerecht, ohne Schlupflöcher und Grauzonen.
  • Offen und öffentlich: Wie viel große Firmen und Konzerne an Steuer zahlen, wird öffentlich einsehbar – wie ein Eintrag im Firmenbuch (Vorbild u. a. Bulgarien).
  • Gerade bei Großkonzernen wird sichtbar gemacht, wie viel über Dividenden an Aktionäre ausgeschüttet wird – denn genau dort verstecken sich heute die Schlupflöcher.
Warum das wichtig ist: Schwarz-weiß und Hausverstand. Ein System, das nur Spezialisten durchschauen, ist nicht fair. Österreich hat mit 47,1 % die vierthöchste Abgabenlast auf Arbeit der OECD – umso wichtiger ist ein System, das ehrlich, einfach und für alle nachvollziehbar ist.
4

Kleine Betriebe befreien – Wachstum möglich machen

  • Betriebe mit unter 200 Beschäftigten gelten als Kleinbetriebe – und werden von Gewinn- und Betriebssteuern befreit.
  • Kein Bücherführen, keine Bürokratie-Last: Kleinbetriebe können ihre Kraft ins Wachsen stecken – in Maschinen, Geräte und neue Mitarbeiter.
  • Der Staat verdient mit – über die Lohn- und Gehaltssteuer jedes neuen Arbeitsplatzes, den ein wachsender Betrieb schafft.
  • Arbeitssicherheit, Umwelt und Ethik regeln Kleinbetriebe verantwortungsvoll selbst – so wie sie es immer getan haben.
Warum das wichtig ist: Rund 99,7 % der österreichischen Unternehmen sind Klein- und Mittelbetriebe. Wenn sie frei wachsen können, entstehen Arbeitsplätze – und über jeden Arbeitsplatz verdient auch der Staat. Kleine Betriebe machen wenig Gewinn und wollen wachsen; man darf sie nicht mit Steuern und Bürokratie ausbremsen.
5

Faire Gewinnbeteiligung – Arbeiter am Erfolg beteiligen

  • Firmen mit über 200 Beschäftigten beteiligen ihre Mitarbeiter am Gewinn: 5 % im ersten Jahr, ab dem zweiten Jahr dauerhaft 10 %.
  • Die Verteilung ist fair und nachvollziehbar: Ein einfaches Punktesystem nach Betriebszugehörigkeit (Jahre) und Gehalt regelt, was jeder Mitarbeiter erhält.
  • Klar geregelt durch ein einheitliches Programm – kein Streit, keine Willkür, jeder weiß, woran er ist.
Warum das wichtig ist – der Magna-Beweis: Frank Stronach hat genau das bei Magna eingeführt: Die Arbeiter bekamen 10 % des Gewinns als Bonus obendrauf zum normalen Lohn. Das Ergebnis – der Gewinn stieg im ersten Jahr um 40 %, im zweiten um 100 %, im dritten um 300 %. Aus einem Ein-Mann-Betrieb wurde ein Weltkonzern mit 180.000 Mitarbeitern. Ohne Arbeiter gibt es keinen Gewinn; wer den Kuchen mitbackt, hat ein moralisches Recht auf ein Stück.
6

Bildung nach Wissen und Können – jedes Talent fördern

  • Bis zur 10. Schulstufe eine solide Grundbildung für alle – danach (11. und 12. Stufe) geht es gezielt um Talente, Fähigkeiten und echtes Können.
  • Ein Vorteilsprogramm belohnt Wissen und Können: Wer mehr lernt und mehr kann, verdient später auch mehr – Leistung lohnt sich.
  • Fortbildungsprogramme für ausgebildete Facharbeiter – höheres Wissen, mehr Können, damit Österreich mehr echte Fachkräfte bekommt. Gefördert wird nach Fähigkeit, nicht nach Herkunft.
  • Gesundes, biologisches Essen an den Schulen, besonders für die Jüngsten – ein gesunder Körper trägt einen wachen Geist.
Warum das wichtig ist: Herkunft ist kein Schicksal. Ein Bildungssystem, das Wissen und Können belohnt statt Herkunft, setzt die Kräfte jedes einzelnen Menschen frei – genau das braucht ein starker Wirtschaftsstandort. Michael Alois Wagner ist der lebende Beweis: vom Bauernbuben zum internationalen Vorbild.
7

Ökonomische Demokratie – das moralische Recht der Arbeiter

  • Menschenrechte allein tragen keine Demokratie. Erst wirtschaftliche Grundrechte – in der Verfassung verankert – machen sie stabil.
  • Arbeiter haben ein moralisches Recht auf einen Anteil am Gewinn, den sie mit erarbeiten. Wir wollen niemandem etwas wegnehmen – wir wollen, dass alle mitbacken und alle ein größeres Stück vom Kuchen bekommen.
  • Drei Kräfte treiben die Wirtschaft: kluge Manager, fleißige Arbeiter und mutige Investoren. Keine funktioniert ohne die anderen.
  • Wenn die Wirtschaft nicht funktioniert, funktioniert nichts – dann kann niemand für die Schwächeren sorgen: für Kranke, Alte und Menschen mit Behinderung.
Warum das wichtig ist: Das ist der Kern von Frank Stronachs Charter, gemeinsam mit Michael Alois Wagner für Österreich weitergedacht: Eine ökonomische Demokratie ist die Basis jeder echten Demokratie. Es ist das Prinzip, das aus einem Ein-Mann-Betrieb den Weltkonzern Magna gemacht hat. Unser Ziel: eine Bewegung von unten, ein Lauffeuer aus der Mitte der Gesellschaft – unkompliziert, einfach, besser.
Diese Charta ist ein Grundsatzpapier des Vereins „Forum Demokratie Österreich" und stellt keine Gesetzesvorlage dar. Sie dient der öffentlichen Diskussion im Rahmen des in § 2 der Vereinsstatuten verankerten ideellen Zwecks und wird laufend weiterentwickelt.

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